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GLAUBEN UND WISSEN
bleibt das Jahresthema 2021

An was glauben wir eigentlich genau? Gibt es da auch noch was außer unserem christlichen Glauben? Glauben wir an Horoskope, Homöopathie und Halloween oder sind wir eher wissenschaftsgläubig? Wie steht es um unsere Ansichten zum Klimawandel? Welche Vorstellungen machen wir uns eigentlich vom Weltall? Sind wir allein auf weiter Flur, oder gibt es vielleicht noch ganz viele unserer Erde ähnliche Planeten mit Leben darauf? Glauben die Lebewesen dort auch an Gott? Und kümmert sich dieser dann um uns und die anderen da draußen gleichermaßen? Ist das Modell, das wir uns von Raum und Zeit machen, eigentlich richtig (es ändert sich ständig), und wie passt es mit unserem christlichen Glauben zusammen? Und überhaupt unser christlicher Glaube: Glauben wir wortwörtlich, was in der Bibel steht, oder folgen wir eher der historisch-kritischen und damit wissenschaftsfundierten Methode der Bibelauslegung? Ist Christus eigentlich mitten unter uns, wenn wir zusammen Abendmahl feiern oder handelt es sich dabei eher um eine symbolische Handlung zum Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu Christi? Und was für historische Belege für die Grundlagen unseres christlichen Glaubens gibt es eigentlich in anderen Quellen als im Alten und im Neuen Testament?

Fragen über Fragen – nach den Grundlagen unseres Glaubens und nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer menschlichen Gesellschaft.
Diesen Fragen wollen wir gemeinsam nachgehen im neuen Themenjahr „Glauben und Wissen“. Dabei wollen wir miteinander und mit anderen ins Gespräch kommen, wissenschaftliche Erkenntnisse auf ihre Inhalte hin untersuchen und Glaubensinhalte mit wissenschaftlichen Standpunkten vergleichen. Mit anderen ins Gespräch zu kommen, bedeutet, gemeinsam Dinge zu hinterfragen, zu zweifeln und zu bestärken, zu diskutieren über Gott und die Welt – ob mit Kreationisten (die glauben, Gott habe die Welt in sechs Tagen erschaffen und die Dinosaurierknochen zu unserer Verwirrung in die Erde gelegt), Biologisten (die der Ansicht sind, dass wir Menschen nur das Produkt unserer Gene seien und keinen freien Willen hätten) oder anderen Weltanschauungsgruppen, aber auch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen, Theologinnen und Theologen, Menschen aus der Theorie und der Praxis.

Wir freuen uns auf spannende Gemeindeabende, Diskussionsrunden, Streitgespräche, Einsichten und Aussichten in Glauben und Wissen!

Zur Einstimmung füge ich hier einige Zitate an, die zum Nachdenken anregen:

Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.
Arthur Schopenhauer (1788-1860)

Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln.
Max Planck (1858-1947)

Der Gott, den ich anbete, ist nicht ein Gott der Finsternis; er hat mir den Verstand nicht gegeben, um mir den Gebrauch desselben zu untersagen. Von mir verlangen, meine Vernunft gefangen zu geben, heißt ihren Schöpfer beleidigen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)

Ich glaube, dass trotz des offensichtlichen Unsinns das Leben dennoch einen Sinn hat. Ich ergebe mich darein, diesen letzten Sinn mit dem Verstand nicht erfassen zu können, bin aber bereit, ihm zu dienen.
Hermann Hesse (1877-1962)

Wo das Wissen genügt, bedürfen wir freilich des Glaubens nicht, wo aber das Wissen seine Kraft nicht bewährt oder ungenügend erscheint, sollen wir auch dem Glauben seine Rechte nicht streitig machen. Sobald man nur von dem Grundsatz ausgeht, dass Wissen und Glauben nicht dazu da sind, um einander aufzuheben, sondern um einander zu ergänzen, so wird schon überall das Rechte ausgemittelt werden.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823)

Timo Ulrichs